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doppelconference at its best
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haustiere -
fluch des urbanen wohlstands oder segen für die, die sonst keine freunde haben?
(vergessen sie in ihrer stellungsnahme auch bitte nicht, die einfallslosigkeit ihrer mitmenschen zu dissen, wenn es darum geht, ihren gefiederten, vierbeinigen, bellenden besten freunden namen zu geben und erzählen sie lustige anekdoten, wie die von der punkette, die ihren dackel sid vicious nannte.)
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wieso sollte ein text keine artischocke sein?
dass man es nicht nötig findet, zu argumentieren, warum die spex so wichtig ist
dass man hier also erzählen wollte, warum man das so liebt
dass die idee, eine andere welt zu denken damit, was man zufälligerweise sonst noch gut findet, popkultur, theorie, you name it, zu verbinden auch heute noch zumindest eine gute entschuldigung ist, das eigene scheitern leidenschaft zu nennen
dass man mit sprache das alles machen kann. dass es diese arten über musik zu sprechen gibt, dass du dir zwei, drei hefte kaufen kannst und du kannst das lernen, und dann haut dich der leitartikel doch noch um ästhetik ist politik ist gesellschaft und dann mäandert der textstrom halt doch woanders hin, zum beispiel, du kriegst das nicht scharf
dass schrift alleine schon schön ausschauen kann
dass du eine ersatzfamilie kriegst natürlich auch (wie in den jö-heften immer kritisch zu take that angemerkt wurde, dass ein bißchen schwärmen schon ok ist, so lange nicht ganz der bezug zur realität abhanden kommt und jetzt sagen wir, realität ist auch nur, woran du dich hälst, weil sie es dir sagen)
dass alles was die da dagegen sagen das zugehörigkeitsgefühl nur stärkt. call it differenzdenken call it distinktionsbedürfnis call it versnobten elitärismus, wir nennen das denen ihr spiel nicht mitspielen. den code kannst du verstehen oder nicht, das ist demokratie, langweilig wird sie nie und irgendwo muss man doch dagegen sein, und wenn es nur zum zeitvertreib ist
dass das gejammere aberjafrüher aberjasounds aberjadaszwingendewoistesgeblieben natürlich mitgejammert sein muss (dass jammern hier übrigens schicker aussieht)
dass das alles wo? natürlich? in der spex selber schon steht, seite 08, überschrift wie hier
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mauszfabrick am
11.6.05 23:04
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"sprachlos vor intelligenz"
es soll ja leute geben, die sind eben anders, und auch, wenn man sie nicht versteht, soll man trotzdem nicht von ihnen denken, dass sie schlechter sind, nur weil sie die spex nicht mögen.
für den rest der welt ist sie mother, lover und teacher, ideologieministerium, popdispositiv, sprachsoundschöpferin und diskurshoheit.
was also: langweiliges studentenblatt, das mit seinem verkopften wortschatz der ehrlichen rockmusik die seele raubt oder die beste musikzeitschrift der welt - allez, der kölner löwe springe in die mundm-arena.
(wennste das doof findest, was leicht vorstellbar ist, denk ich mir ein anderes thema aus.)
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mauszfabrick am
23.5.05 22:49
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es sind ja nicht die großen dinge die den unterschied machen.
freunde hab ich da wie dort zu denen ich 10 minuten brauche, und freunde hab ich da wie dort zu denen zu fahren es eine weltreise ist.
hier wie dort gibt es lokale deren hin- und rückweg genaueste planung benötigt, hier wie dort gibt es die guten und die schlechten menschen, einzig die melodie ändert sich ein wenig. in dem bezirk ein bisschen mehr dur, in dem stadtteil mehr moll.
und im endeffekt ist es hier nicht viel anders als dort.
man versinkt sowieso im alltagstrott, seminar arbeiten schreiben, referate vorbereiten, zu lang irgendwo verhocken, kopfweh haben, verlieben, entlieben, kinder kriegen, sterben, etc. pp.
wirklich spannend wird es erst wenn irgendetwas einen raushaut aus dem trott.
wenn man krank ist zB.
da ist dann keine mutter die tee kocht, gute sachen zum essen kauft und in die apotheke läuft.
da ist auch kein arzt den man seit jahren kennt und kein krankenhaus das einem irgendwie vertraut ist.
da ist man dann aufeinmal auf sich selbst gestellt.
dann muss man sich einen arzt aus dem telephonbuch suchen von dem man noch nie was gehört hat, man muss sich jede teetasse selber brauen und bemitleiden muss man sich in dem fall auch selber.
und das leben wäre wohl sinnlos wenn in dem moment nicht ein bisserl zweckoptimismus auftauchen würde, von wegen:
1.) man wird sich bewusst wie es sich wohl anfühlt wenn man erwachsen ist.
und 2.) hat man hier zwar keine familie...dafür aber freunde.
und im besten fall, so wie es frl. a. vor einem monat gemacht hat...kommen die dann vorbei wenn man darnieder liegt.
mit dvds, büchern, naschereien und jeder menge zeit.
und das ist mit sicherheit gleich gut, wie eine mutter mit vollen einkaufstaschen.
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fraumorgenstern am
23.5.05 21:33
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more than this (there's nothing)
ich kann es nicht vergleichen.
ich kenne das eine nur als klassenfahrt-/urlaub-/jedenfalls special kontext-stadt. ich kenne nicht das richtige leben, das schuhbandzusammenbinden, vom zielpunkt heimgehen und die milch vergessen haben, staubsaugen, das zum dritten mal neuen kaffee machen, die grauen und die eher doofen tage kenne ich dort nicht.
ich kenne das andere nur als richtiges-leben-stadt, das schuhbandzusammenbinden, vom m-preis heimgehen und die milch vergessen haben, staubsaugen, das zum dritten mal neuen kaffee machen, die grauen und die eher doofen tage, nur das kenne ich von hier, und ich kenne es nur hier. die klassenfahrt-/urlaub-/jedenfalls special-kontext erlebnisse, die man hier vielleicht erleben kann, kenne ich hier nicht. am inn sitzen hasse ich, für andere ist das vielleicht ok, oder mehr als das.
aber man hat immer eine perspektive, von der aus dinge dann irgendwie ausschauen, das ist immer der punkt, von dem aus wir scheitern müssen, wenn wir etwas sagen wollen. die ersten zwei absätze könnten also auch nicht usw.
mein eindruck ist halt: mehr ist immer besser. mehr führt dazu, dass man sich überlegt, ob das, wie man ist, das einzige gute ist, das sich denken läßt. mehr führt dazu, dass man nicht wie ein seltsames tier angestarrt wird, dass man dinge denken und auch sagen kann. mehr ist einfach besser, weil es mehr ist, mehr wird nie langweilig.
hier gibt es nicht mehr, hier gibt es, was es immer schon gegeben hat, den einen plattenladen und die eine kneipe, wo man nicht mehr hingehen mag. nicht-mehr führt dazu, dass sie alles, was ein bißchen über mittelmaß hinaus geht, schon gut finden.
vielleicht stimmte es auch nicht. vielleicht ist weniger besser. vielleicht führt weniger dazu, immer mehr zu wollen. vielleicht fühlt es sich deshalb manchmal so gut an, nachts durch die leeren straßen zu rennen und smiths zu hören. vielleicht ist es einfach einfacher, das nicht-mehr zu hassen, als das mehr wirklich zu haben. immerhin: hat man hier viel zeit um alles, alles, alles zu lesen, das ist schon was. es wird ja immer egaler, wo man physikalisch ist, die welt ist überall, wo telefonkabel hinreichen. vielleicht: stimmt es ja auch, was sie alle erzählen: mehr ist auch nicht mehr. die enttäuschung, dass auch mehr noch zu wenig ist.
aber: ist doch auch egal, es geht doch nur um den traum, es gäbe irgendwo da draußen more than that. vielleicht haben sie recht, wenn sie sagen, dass man natürlich glauben muss, dass das leben, die coolness und die wahrheit immer woanders ist. das allein kann die enge, die faulheit und die dummheit töten, egal, wo man ist. provinz ist immer, wo man gerade ist, und home ist dagegen, where the heart is, und das hieß für mich immer, dass ich in ny, in berlin, in hamburg und überall sonst zuhause bin, wo die dinge passieren, die ich gut finde.
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mauszfabrick am
5.5.05 13:42
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