doppelconference at its best

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es sind ja nicht die großen dinge die den unterschied machen.
freunde hab ich da wie dort zu denen ich 10 minuten brauche, und freunde hab ich da wie dort zu denen zu fahren es eine weltreise ist.
hier wie dort gibt es lokale deren hin- und rückweg genaueste planung benötigt, hier wie dort gibt es die guten und die schlechten menschen, einzig die melodie ändert sich ein wenig. in dem bezirk ein bisschen mehr dur, in dem stadtteil mehr moll.
und im endeffekt ist es hier nicht viel anders als dort.
man versinkt sowieso im alltagstrott, seminar arbeiten schreiben, referate vorbereiten, zu lang irgendwo verhocken, kopfweh haben, verlieben, entlieben, kinder kriegen, sterben, etc. pp.

wirklich spannend wird es erst wenn irgendetwas einen raushaut aus dem trott.
wenn man krank ist zB.
da ist dann keine mutter die tee kocht, gute sachen zum essen kauft und in die apotheke läuft.
da ist auch kein arzt den man seit jahren kennt und kein krankenhaus das einem irgendwie vertraut ist.

da ist man dann aufeinmal auf sich selbst gestellt.

dann muss man sich einen arzt aus dem telephonbuch suchen von dem man noch nie was gehört hat, man muss sich jede teetasse selber brauen und bemitleiden muss man sich in dem fall auch selber.

und das leben wäre wohl sinnlos wenn in dem moment nicht ein bisserl zweckoptimismus auftauchen würde, von wegen:
1.) man wird sich bewusst wie es sich wohl anfühlt wenn man erwachsen ist.
und 2.) hat man hier zwar keine familie...dafür aber freunde.

und im besten fall, so wie es frl. a. vor einem monat gemacht hat...kommen die dann vorbei wenn man darnieder liegt.
mit dvds, büchern, naschereien und jeder menge zeit.

und das ist mit sicherheit gleich gut, wie eine mutter mit vollen einkaufstaschen.
fraumorgenstern am 23.5.05 21:33


more than this (there's nothing)


ich kann es nicht vergleichen.

ich kenne das eine nur als klassenfahrt-/urlaub-/jedenfalls special kontext-stadt. ich kenne nicht das richtige leben, das schuhbandzusammenbinden, vom zielpunkt heimgehen und die milch vergessen haben, staubsaugen, das zum dritten mal neuen kaffee machen, die grauen und die eher doofen tage kenne ich dort nicht.

ich kenne das andere nur als richtiges-leben-stadt, das schuhbandzusammenbinden, vom m-preis heimgehen und die milch vergessen haben, staubsaugen, das zum dritten mal neuen kaffee machen, die grauen und die eher doofen tage, nur das kenne ich von hier, und ich kenne es nur hier. die klassenfahrt-/urlaub-/jedenfalls special-kontext erlebnisse, die man hier vielleicht erleben kann, kenne ich hier nicht. am inn sitzen hasse ich, für andere ist das vielleicht ok, oder mehr als das.

aber man hat immer eine perspektive, von der aus dinge dann irgendwie ausschauen, das ist immer der punkt, von dem aus wir scheitern müssen, wenn wir etwas sagen wollen. die ersten zwei absätze könnten also auch nicht usw.

mein eindruck ist halt: mehr ist immer besser. mehr führt dazu, dass man sich überlegt, ob das, wie man ist, das einzige gute ist, das sich denken läßt. mehr führt dazu, dass man nicht wie ein seltsames tier angestarrt wird, dass man dinge denken und auch sagen kann. mehr ist einfach besser, weil es mehr ist, mehr wird nie langweilig.

hier gibt es nicht mehr, hier gibt es, was es immer schon gegeben hat, den einen plattenladen und die eine kneipe, wo man nicht mehr hingehen mag. nicht-mehr führt dazu, dass sie alles, was ein bißchen über mittelmaß hinaus geht, schon gut finden.

vielleicht stimmte es auch nicht. vielleicht ist weniger besser. vielleicht führt weniger dazu, immer mehr zu wollen. vielleicht fühlt es sich deshalb manchmal so gut an, nachts durch die leeren straßen zu rennen und smiths zu hören. vielleicht ist es einfach einfacher, das nicht-mehr zu hassen, als das mehr wirklich zu haben. immerhin: hat man hier viel zeit um alles, alles, alles zu lesen, das ist schon was. es wird ja immer egaler, wo man physikalisch ist, die welt ist überall, wo telefonkabel hinreichen. vielleicht: stimmt es ja auch, was sie alle erzählen: mehr ist auch nicht mehr. die enttäuschung, dass auch mehr noch zu wenig ist.

aber: ist doch auch egal, es geht doch nur um den traum, es gäbe irgendwo da draußen more than that. vielleicht haben sie recht, wenn sie sagen, dass man natürlich glauben muss, dass das leben, die coolness und die wahrheit immer woanders ist. das allein kann die enge, die faulheit und die dummheit töten, egal, wo man ist. provinz ist immer, wo man gerade ist, und home ist dagegen, where the heart is, und das hieß für mich immer, dass ich in ny, in berlin, in hamburg und überall sonst zuhause bin, wo die dinge passieren, die ich gut finde.
mauszfabrick am 5.5.05 13:42


(sentimentaler schwachsinnseintrag über verlorene jugend)



wir wollten uns eigentlich treffen, um auszumachen, wer was mitnimmt und das ganze festival und alles zu planen, aber in der jugendlichen unverbrauchtheit, die uns damals noch eignete, hatten wir, bevor wir uns mit so anstrengender planungsarbeit auseinander setzten, lieber zuerst ein bier genommen und dann noch ein paar, und dann waren wir noch wohin gegangen und dann um vier oder so war uns beiden zu schlecht für alles und wir machten nur aus, wir rufen uns gegenseitig an, damit wir nicht ganz verschlafen und fahren dann so früh es eben geht zum bahnhof.

so kamen wir zu meinem ersten festival entsprechend derangiert an, g. hatte große teile seiner ohnehin schon dürftigen ausrüstung schon im zug verloren, dafür hatten wir großartig eingekauft, in der hauptsache ein großes glas haselnusscreme und so viel des gelben, wie wir tragen konnten und ein bißchen wein zum abschmecken.

es war ungefähr der heißeste tag der welt, wenn nicht des ganzen sommers, wir bauten das zelt auf so ziemlich dem schlechtesten und schrägsten zeltplatz auf und kümmerten uns dann mal eben um die karten, weil: hatten wir natürlich noch keine. dann wurde es ohnehin zeit, noch schnell angestoßen, auf das geschaffte und das, was noch kommen würde, das schwitzige t-shirt von gestern noch weg, in den rucksack gegriffen und tatsächlich gestern im vollrausch noch das t-shirt der lieblingsband, wegen der man unter anderem hier war, hineingestopft, das also angezogen, und hinunter-

-und dort, im zirkuszelt, erst mal rumgestanden, die band nicht gekannt, die da schon spielte, ganz weg, die ganzen schönen jungen leute mit engen werbe-t-shirts und schönen frisuren.

und als ich noch ganz begeistert und ungläubig dastand, aus der provinz hierher gekommen, wo zwei tage lang die welt hinkommen würde, und so viele andere anders ausschauende menschen rumstanden und ich es noch gar nicht fassen konnte, wie viele es gibt, wie viele von diesem diffusen "wir" es gibt, von dem man damals noch ganz klar teil sein wollte, die meldungen kamen gerüchteweise herum, 4-stellig, hieß es, als g. mir eben den ersten plastikbecher in die hand drückte, ich den ersten kühlenden schluck nahm, da drehte sich ein mädchen um, und sagte zu mir, ja, da ist wohl einer t.-fan.

was bis heute die aggressivste anmache geblieben ist, die mir in meinem kurzen leben zu teil wurde. ich habe natürlich nichts darauf gesagt.

damals war zwar schon klar, auch in der provinz, dass t. nicht eben mehr besonders besonders, originell, speziell, underground, oder sonst was waren, aber menschen, die wie ich mit besonderer liebe und leidenschaft zu den dingen geschlagen waren, fanden damals, dass man, auch wenn es andere als uncool erachten, zum konzert seiner lieblingsband das band-t-shirt anzieht. heute bin ich mir nicht mehr so sicher.

das konzert war wunderschön, es war schon dunkel und ein bißchen kühler geworden, sie haben vor allem das damals neue album gespielt, wir sind ca. 5 reihe gestanden, bei den alten, schnellen nummern sind die leute ein bißchen gehüpft, aber es hat nicht gestört.

am nächsten tag bin ich dann noch allein mit dem wein, den wir reingeschmuggelt haben, ganz hinten gestanden, wo vorletztes jahr dann die stände standen, wo es bißchen den hügel hinauf geht, sonic youth haben ihr berühmtes konzert gespielt, kim gordon war die größte frau der welt, und es war schon ein bißchen klar, dass es, jetzt wo es angefangen hatte, schon ein bißchen vorbei war.

mausfabrick am 14.2.05 20:26


ich kann grad nicht!

mehr als bilder schaff ich im moment nicht.
das firefox fenster ist schnell geschloßen & fragt vor allem nicht nach ob man sich sicher sei oder man nicht etwa speichern wolle.
und somit verschwinden für immer und ewig angefangene sätze, ganze absätze und fertige einträge die man dann aber im letzten moment doch blöd findet.
lieber nicht. passt nicht. zu persönlich. zu langweilig. wen interessieren schon meine schuhe?

und dann is es weg.

oder ich fang erst gar nicht an.
starre ein bisschen in die leere, zerkaue zum dritten mal auf ubbahnfahrten entstandene idee und lasse es bleiben.

schau mir stattdessen die abenteuer der gilmore girls an und lache über die himmlische familie.
unter umständen ähnlich gehaltvoll wie das bloggen.
aber wen interessiert das denn schon.
fraumorgenstern am 11.2.05 22:38


"wie jemanden auf der straße treffen und sich freuen und hallo sagen aber bloß nicht stehen bleiben weil was soll gesagt werden zwischen ewig nicht mehr gesehenen leuten"

bei mir verhält es sich so, es hängt davon ab, wer.

grundsätzlich natürlich nein. alles nein. schon händedruck immer furchtbar, zu lasch, zu fest, zu schwitzig, zu blöd-kumpelhaft (desgleichen hölle sportliches einschlagen, herzliche umarmung, zwickerbussi).

noli me tangere

das sollte überhaupt ganz anders sein, schnell, glatt, sauber, distanziert, oberflächlich, und ohne all den zusatzscheiß, ich würde, wenn das ginge, nie hallo sagen, sondern immer nur gleich, worum es geht. schnell zack ich so, du auch oder nich, ach ne und nichtmal tschüß. zum guten glück gibt es westliche proxemikstandards, fremde ca 1,5m, rest (vertrauenszone, wenn ich mich recht erinnere, was ein wort, wunderwelt der psychologie) individuell.

"maybe even a 9 1/2 in 4 beers time"

andererseits manchmal und eben es gibt menschen, die einfach eine anmut haben, dass man ihnen ohnehin jeden blödsinn durchgehen lassen würde, und die dann auch noch mit solcher würde, dass man ohnehin schon in ohmacht fallen könnte oder niederknien vor entzücken, und man findet das auf einmal selber schick und dann gerne natürlich.

oder solche, die, wie auch immer sie das machen, das gefühl erzeugen, es ist nicht das ritual, es bist du, also ich, also gern, ist doch egal, dass das gespielt ist, solange es gut gespielt ist.

oder solche, wo man von sich aus selber gern. zum beispiel weil manche menschen riechen, da ist jeder vorwand recht natürlich. oder sonst, man kennt das ja.

eben was ja schade ist, dass man praktisch nur frauen, ohne dass gleich mordsklimbim deswegen.

"ich sag schon nicht mehr hallo ich sag immer erst entschuldigung"

aber ansonsten eigentlich immer nein. gut ja, dass die meisten plätze, die ich mag (eben deswegen), so herrlich halbanonym-sachorientiert sind, dass das von vornherein als bödsinn-kindisch ausscheidet. wir sind hier ja alles erwachsene vernünftige menschen und blabla.

ist eigentlich doch so, dass irgendwann anfang oberstufe wer vom franzreichaustausch zurückkommt, dann fangen die coolen damit an, dann ist es ein paar jahre schick und die ganze restliche hölle fängt an, man muss in der freistunde im wiener rumhocken, und ein paar jahre später ist man mit dem scheiß eigentlich fertig und schlägt sich mit anderem noch blöderen scheiß herum.

"than when you slammed the door"

(man kann natürlich nicht leugnen, dass der scheiß eben das ist, wozu man sich das alles antut, nichtwahr. aber das war nicht gefragt hier.)
mauszfabrick am 4.1.05 11:12


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